S3-Leitlinien
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S3-Leitlinien entsprechen den methodischen Kriterien der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und haben eine Registrierung erhalten.
Von den über 100 S3-Leitlinien werden 19 aktuelle S3-Leitlinien mit besonderer geriatrischer Relevanz vorgestellt. Die Aktualisierung sowohl bezüglich der Gültigkeit bestehender Leitlinien als auch zur Identifikation neuer Leitlinien erfolgt jährlich. Aktueller Stand 10/2026.
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Akkordeon S3-Leitlinien
Adipositas - Prävention und Therapie
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Adipositas-Gesellschaft e.V. (DAG)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - keine
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Langfassung, Leitlininienreport und Patientenleitlinie
- Gültigkeit - bis 10/2029
- Ziele - Bewusstseinsstärkung, Informationen und Empfehlungen zum Problem Adipositas
- Geriatrische Relevanz - Risikofaktor für die Entwicklung altersassoziierter Erkrankungen, Einschränkung der Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL)
- Syndrombezug - ja
- Altersbezug - nein
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - bei Risikoabschätzung in hohem Maß berücksichtigt
- Weiteres - generalistische Kompetenz im Vordergrund
Umfassendes Geriatrisches Assessment (Comprehensive Geriatric Assessment CGA)
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e.V. (DGGG), Österreichische Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (ÖGGG), Schweizerische Fachgesellschaft für Geriatrie (SFGG)
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Langfassung, Leitlinienreport, Implementierungs-Manual, Kitteltaschen- und Laienversion
- Gültigkeit - bis 05/2029
- Ziele - Übergeordnete Empfehlungen zum CGA - ohne Festlegung auf einzelne Instrumente zur Verbesserung der Versorgungsqualität geriatrischer Patientinnen und Patienten. Die Indikationsstellung zur Durchführung eines CGA erfolgt in korrekter Weise. Die Resultate eines CGA stellen eine Unterstützung bei Therapieentscheidungen dar, wodurch eine individuell zugeschnittene Therapie gewährleistet wird. Unerwünschte Folgen einer Behandlung werden minimiert und Übertherapie kann vermieden werden. Es kann bedarfsorientiert zwischen Kuration, Rehabilitation, (Sekundär- und Tertiär-) Prävention und Palliativversorgung triagiert werden. Durch die Anwendung der richtigen Maßnahmen wird die Effizienz gesteigert, was die Kosten im Gesundheitswesen senken kann
- Geriatrische Relevanz - hoch
- Syndrombezug - Erkennung behandlungsrelevanter Syndrome durch das CGA
- Altersbezug - hoch
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - Multimorbidität ist eine der wesentlichen, klinisch entscheidenden Dimensionen, wird aber nicht immer im Rahmen eines CGAs genannt. Dies hat damit zu tun, dass in vielen Settings häufig bereits eine ausführliche Anamnese zu Vorerkrankungen enthalten ist. Ist dies nicht systematisch umgesetzt, sollte Multimorbidität in das CGA integriert werden
- Weiteres - Ein CGA beinhaltet mindestens die folgenden Dimensionen: Selbsthilfefähigkeit, Mobilität, kognitive Funktion inklusive Delir, Affekt, Ernährung und soziale Situation Es wurden insgesamt 20 Empfehlungen und Statements erstellt. Von diesen sind 12 evidenzbasiert und 8 konsensbasiert. Es werden auch speziell die Settings Notaufnahme, Onkologie, Orthogeriatrie, Chirurgie und Akutgeriatrie berücksichtigt
Delir im höheren Lebensalter
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG), Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie e. V. (DGGPP)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - ja
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Langfassung, Kurzfassung, Patientenleitlinie, Leitlinienreport
- Gültigkeit - bis 04/2029
- Ziele - evidenzbasierte Empfehlungen zur Prävention des Delirs, Diagnostik, Therapie und Nachsorge bei älteren Menschen in allen Versorgungsbereichen
- Geriatrische Relevanz - sehr hoch
- Syndrombezug - ja (Delir, Frailty, Immobilität, Sturzrisiko)
- Altersbezug - ja
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - berücksichtigt Demenz, Multimorbidität, Polypharmazie und funktionelle Einschränkungen
- Weiteres - die Leitlinie hebt hervor, dass ein erheblicher Anteil der Delirien durch strukturierte Präventionsmaßnahmen vermeidbar ist. Im Mittelpunkt stehen die frühzeitige Identifikation gefährdeter Patientinnen und Patienten, standardisierte Screeningverfahren sowie multimodale nichtmedikamentöse Interventionen zur Vermeidung funktioneller Verschlechterungen und Pflegebedürftigkeit
Demenzen
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN), Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG), Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e.V. (DGGG)
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Langfassung und Leitlinienreport
- Gültigkeit - bis 02/2027
- Ziele - Aussagen zu Prävention, Diagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen sowie zu leichten kognitiven Störungen (MCI)
- Geriatrische Relevanz - hoch, da altersassoziierte Erkrankung mit sozioökonomischer Relevanz
- Syndrombezug - geriatrisches Syndrom
- Altersbezug - in Differentialdiagnose und Behandlung ausreichend berücksichtigt
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - bei Risikoabschätzung berücksichtigt
- Weiteres - psychosoziale Interventionen sowie Rehabilitation bei Demenz ausreichend berücksichtigt, Schutz der Gesundheit von pflegenden Angehörigen berücksichtigt, Gesundheitsökonomische Aspekte der Demenz dargestellt
Heimenterale und heimparenterale Ernährung
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - keine
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Langfassung, Leitlinienreport
- Gültigkeit - bis 10/2028
- Ziele - evidenzbasierte Empfehlungen zur sicheren und qualitätsgesicherten Durchführung der heimenteralen und heimparenteralen Ernährung im ambulanten Bereich. Ziel ist die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Ernährungstherapie, die Vermeidung von Mangelernährung sowie die Verbesserung von Lebensqualität, Funktionalität und Prognose
- Geriatrische Relevanz - hoch
- Syndrombezug - ja (Mangelernährung, Frailty, Sarkopenie)
- Altersbezug - ja
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - berücksichtigt chronische Erkrankungen, neurologische Erkrankungen mit Schluckstörungen, onkologische Erkrankungen, chronisches Darmversagen, Multimorbidität sowie funktionelle Einschränkungen und Pflegebedürftigkeit
- Weiteres - die Leitlinie betont die Bedeutung eines strukturierten Ernährungsmanagements durch interdisziplinäre Ernährungsteams. Empfehlungen umfassen Indikationsstellung, Zugangswege, Überwachung, Komplikationsmanagement sowie die Versorgung von Patientinnen und Patienten im häuslichen Umfeld und in Pflegeeinrichtungen
Klinische Ernährung und Hydrierung in der Geriatrie
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG)
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Langfassung und Leitlinienreport
- Gültigkeit - bis 02/2030
- Ziele - Evidenzbasierte Empfehlungen zur klinischen Ernährung um Mangelernährung zu vermeiden oder zu behandeln
- Geriatrische Relevanz - geriatrietypisches Problem
- Syndrombezug - ja
- Altersbezug - s. Zielgruppe, ansonsten funktionelle Abstufung nach Ausmaß der Ernährungsstörung
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - bei Risikostratifizierung und Planung der Interventionen in hohem Maß berücksichtigt, Fokus auf neurologischen Erkrankungen und Demenzen incl. Fragen der PEG-Versorgung
- Weiteres - Hinweise auf Screening und Assessment, Gültigkeit auch über den Versorgungssektor Krankenhaus hinaus
Körperliches Training zur Frakturprophylaxe
- Federführende Fachgesellschaften - Dachverband Osteologie e. V. (DVO)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG)
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Langfassung, Leitlinienreport, Kurzfassung und Patienteninformationen
- Gültigkeit - bis 02/2030
- Ziele - evidenzbasierte Empfehlungen zum körperlichen Training zur Verringerung osteoporosebedingter und niedrigtraumatischer Frakturen, Verbesserung der Knochenstärke, Muskelkraft, Balance und Sturzprävention
- Geriatrische Relevanz - sehr hoch
- Syndrombezug - ja (Sturzsyndrom, Frailty, Immobilität, Sarkopenie)
- Altersbezug - ja
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - Berücksichtigung von Osteoporose, funktionellen Einschränkungen, Sturzgefährdung, Muskelschwäche und weiteren frakturrelevanten Risikofaktoren
- Weiteres - die Leitlinie empfiehlt zielgerichtetes Kraft-, Balance- und funktionelles Training als wesentlichen Baustein der Frakturprävention. Die Trainingsmaßnahmen sollen individuell an Leistungsfähigkeit, Frakturrisiko und Begleiterkrankungen angepasst werden
Kolorektales Karzinom
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - keine
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Kurz- und Langfassung, Patientenleitlinie, Leitlinienreport und Evidenzbericht
- Gültigkeit - bis 05/2028
- Ziele - Sicherstellung der evidenzbasierten Versorgung der Bevölkerung
- Geriatrische Relevanz - altersassoziierte Erkrankung
- Syndrombezug - nein
- Altersbezug - bei Empfehlungen zur Prävention, Screening und Interventionen
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - bei Indikationen zur Chemotherapie
- Weiteres - trotz hohem Spezialisierungsgrad breite Anwendbarkeit in der älteren Bevölkerung
Mammakarzinom; Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), Deutsche Gesellschaft für Senologie e.V. (DGS)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG)
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Kurz- und Langfassung, Patientenleitlinien, Leitlinienreport und Evidenzberichte
- Gültigkeit - bis 12/2030
- Ziele - Verbesserung der Versorgung in Diagnostik, Therapie und Nachsorge
- Geriatrische Relevanz - 2. Häufigkeitsgipfel im höheren Alter
- Syndrombezug -
- Altersbezug - bei therapeutischen Entscheidungen berücksichtigt
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - bei Risikoabschätzung in hohem Maß berücksichtigt
- Weiteres - Leitlinie gut geeignet zur Beratung von Patientinnen, Flussdiagramme sehr anschaulich
Müdigkeit
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - keine
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Kurz- und Langfassung, Patientenleitlinie und Leitlinienreport
- Gültigkeit - bis 12/2027
- Ziele - Die Leitlinie unterstützt die strukturierte Abklärung von Müdigkeit und die Erkennung zugrunde liegender Erkrankungen oder Belastungen. Sie soll gefährliche Verläufe frühzeitig erkennen, unnötige Diagnostik vermeiden und eine zielgerichtete Behandlung ermöglichen.
- Geriatrische Relevanz - häufiges Syndrom im Alter
- Syndrombezug - nein
- Altersbezug - nein
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - bei Risikoabschätzung und in der Diagnostik in hohem Maß berücksichtigt
- Weiteres - generalistische Versorgungskompetenz im Vordergrund
Versorgung von Patienten mit chronischer nicht-dialysepflichtiger Nierenerkrankung in der Hausarztpraxis
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Lang- und Kurzfassung, Leitlinienreport
- Gültigkeit - bis 06/2029
- Ziele - evidenzbasierte Empfehlungen zu Prävention, Screening und Management der chronischen Niereninsuffizienz, die Progression zur dialysepflichtigen Niereninsuffizienz zu verzögern oder zu vermeiden, Komplikationen und Folgeschäden sowie Überdiagnostik und Überversorgung bei chronischer Niereninsuffizienz zu vermeiden
- Geriatrische Relevanz - sehr hoch
- Syndrombezug - nein
- Altersbezug - hoch
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - Blutdruck, Diabetes sowie Herzinsuffizienz berücksichtigt
- Weiteres - Patienten mit chronischer Nierenerkrankung in der Hausarztpraxis sind zum größten Teil geriatrische Patientinnen und Patienten mit altersbedingt eingeschränkter Nierenfunktion. Medikamentenmonitoring nephrotoxischer Medikamente regelmäßig erforderlich
Evidenzbasierte interdisziplinäre Therapie hüftgelenknaher, pertrochantärer Oberschenkelfrakturen (EvidenT-HiP)
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. (DGOU)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Langfassung, Kurzfassung, Leitlinienreport, Patientenleitlinie
- Gültigkeit - bis 01/2031
- Ziele - Verbesserung der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hüftgelenknahen pertrochantären Oberschenkelfrakturen
- Geriatrische Relevanz - sehr hoch
- Syndrombezug - ja (Sturzsyndrom, Frailty, Immobilität)
- Altersbezug - ja
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - berücksichtigt Multimorbidität, Osteoporose und geriatrische Risikofaktoren
- Weiteres - die Leitlinie betont die frühzeitige operative Versorgung sowie die geriatrisch-traumatologische Zusammenarbeit
Osteoporose - Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose
- Federführende Fachgesellschaften - Dachverband Osteologie e.V.
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - keine
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Kurz- und Langfassung, Leitlinienreport
- Gültigkeit - bis 09/2026
- Ziele - Verbesserung der Lebensqualität, Senkung der Mortalität
- Geriatrische Relevanz - altersassoziierte Erkrankung
- Syndrombezug - häufige Ursache für chronische Schmerzen sowie Immobilität im Alter
- Altersbezug - Differenzierung der Empfehlungen nach Altersstufen, auf Multimedikation im Alter unter Nennung der Medikamente wird hingewiesen
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - bei Risikoabschätzung in hohem Maß berücksichtigt
- Weiteres - Prävention, nichtmedikamentöse Therapie im Alter ausreichend berücksichtigt
Perioperative Versorgung von Patient:innen mit Frailty
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG), Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e.V. (DGGG)
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Langfassung, Leitlinienreport, Patientenleitlinie
- Gültigkeit - bis 08/2030
- Ziele - evidenzbasierte Empfehlungen zur Erkennung, Risikoeinschätzung und perioperativen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Frailty, zur Reduktion perioperativer Komplikationen und zur Verbesserung des Behandlungsergebnisses
- Geriatrische Relevanz - sehr hoch
- Syndrombezug - ja (Frailty-Syndrom, Delir, funktioneller Abbau, Immobilität)
- Altersbezug - ja
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - Multimorbidität, funktionelle Einschränkungen, Polypharmazie und geriatrische Risikofaktoren werden berücksichtigt
- Weiteres - die Leitlinie beschreibt die Bedeutung eines strukturierten Frailty-Screenings vor operativen Eingriffen. Im Fokus stehen Risikoabschätzung, interdisziplinäre Versorgung sowie funktionserhaltende Maßnahmen im perioperativen Verlauf
Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), Diagnostik, Therapie und Nachsorge
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. (DGA)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Langfassung und Leitlinienreport
- Gültigkeit - bis 09/2029
- Ziele - Verbesserung der Versorgung
- Geriatrische Relevanz - altersassoziierte Erkrankung
- Syndrombezug - nein
- Altersbezug - hoch, eigenes Kapitel (7) zum geriatrischen Patienten
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - in hohem Maße berücksichtigt, bei Koinzidenz mit Diabetes, KHK u. Herzinsuffizienz sowie Niereninsuffizienz
- Weiteres - Rehabilitation bei pAVK berücksichtigt, Darstellung neuer endovaskulärer Verfahren
Epidemiologie, Diagnostik und Therapie erwachsener Patienten mit nosokomialer Pneumonie
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - keine
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Kurz- und Langfassung, Leitlinienreport, Patienteninformation
- Gültigkeit - bis 02/2029
- Ziele - evidenzbasierte Empfehlungen zur Prävention, Diagnostik und Therapie nosokomialer Pneumonien bei Erwachsenen
- Geriatrische Relevanz - hoch, zwar kein speziell ausgerichteter geriatrischer Bezug, aber ältere, multimorbide Menschen sind häufig in komplexen Behandlungssituationen von nosokomialen Pneumonien betroffen
- Syndrombezug - nein
- Altersbezug - nein
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - kein ausdrücklicher systematischer Einbezug. Es werden einzelne Risikokonstellationen und Vorerkrankungen (z.B. COPD, chronische Nierenerkrankung, Herzerkrankungen, Diabetes mellitus) benannt
- Weiteres - die Leitlinie bietet praxisnahe Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie nosokomialer Pneumonien, die insbesondere bei stationär behandelten älteren und häufig multimorbiden Patientinnen und Patienten eine relevante Komplikation darstellen
Schmerzmanagement bei GERiatrischen PAtIeNt:innen in allen Versorgungssettings (GeriPAIN)
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Schmerzgesellschaft e. V., Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e.V. (DGGG),
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Kurz- und Langfassung, Leitlinienreport
- Gültigkeit - bis 02/2030
- Ziele - Verbesserung des interprofessionellen und settingübergreifenden Schmerzassessments sowie der medikamentösen und nicht-medikamentösen Schmerztherapie bei geriatrischen Patientinnen und Patienten
- Geriatrische Relevanz - sehr hoch
- Syndrombezug - kein unmittelbarer Bezug zu geriatrischen Syndromen, behandelt jedoch schmerzbedingte funktionelle Einschränkungen, Mobilitätsverlust und kognitive Beeinträchtigungen
- Altersbezug - ja, die Empfehlungen richten sich an ältere Menschen mit geriatrischen Merkmalen
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - im hohen Maß berücksichtigt
- Weiteres - die Leitlinie ist für die geriatrische Versorgung von besonderer Bedeutung, da sie evidenzbasierte Empfehlungen für ein angemessenes Schmerzmanagement älterer Menschen über den gesamten Versorgungsprozess hinweg bietet
Prophylaxe der venösen Thromboembolie
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Chirurgie e.V. (DGCH), Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - keine
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Langfassung, Leitlinienreport
- Gültigkeit - bis 01/2028
- Ziele - evidenzbasierte Empfehlungen zur wirksamen und risikoangepassten Prophylaxe venöser Thromboembolien unter Berücksichtigung individueller Risikofaktoren und potenzieller Blutungsrisiken
- Geriatrische Relevanz - mittel
- Syndrombezug - Immobilität als geriatrische Risikokonstellation relevant
- Altersbezug - gering
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - Berücksichtigung individueller Risikofaktoren, Immobilität, internistischer und operativer Begleiterkrankungen sowie Blutungsrisiken
- Weiteres - die Leitlinie behandelt medikamentöse und physikalische Maßnahmen der Thromboseprophylaxe. Für geriatrische Patientinnen und Patienten mit häufig eingeschränkter Mobilität, Multimorbidität und erhöhten Komplikationsrisiken liegt hier eine klinische Relevanz vor, da aufgrund des erhöhten Thrombose- und Blutungsrisikos stets eine individuelle Nutzen- und Risikoabwägung hinsichtlich einer medikamentösen Thromboseprophylaxe erfolgen muss
Lokaltherapie chronischer Wunden
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e.V. (DGfW)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG), Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e.V. (DGGG)
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Langfassung, Leitlinienreport und Evidenzbericht
- Gültigkeit - bis 09/2028
- Ziele - Entscheidungshilfe / praxisrelevante Handlungsempfehlung für alle am Wundbehandlungsprozess beteiligten Fachdisziplinen und Berufsgruppen zur Lokaltherapie nach aktuellem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis. Einheitliche Wunddiagnostik und Therapie in der kompletten Versorgungskette. Förderung von interdisziplinärer und interprofessioneller Kooperation im ambulanten und stationären Bereich. Einschluss von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität (auch im Hinblick auf eine qualitätsgebundene transsektorale, integrierte Versorgung). Versorgungsqualität von Patienten mit besonderen Risiken optimieren. 80 % der Patienten mit besonderen Risiken (PAVK, DM, CVI) erreichen Abheilungsraten. Leitlinie soll komplementär / ergänzend, nicht kompetitiv zu bestehenden Leitlinien sein, d.h. an bestehende Leitlinien anknüpfen und darauf verweisen
- Geriatrische Relevanz - chronische Wunden treten häufig bei älteren Menschen mit Gefäßerkrankung, Diabetes mellitus und funktionellen Einschränkungen auf. Die Empfehlungen sind daher für die geriatrische Versorgung von hoher Bedeutung
- Syndrombezug - nein
- Altersbezug - ja
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - die Leitlinie betont die Bedeutung von Grunderkrankung und patientenbezogenen Risikofaktoren.
- Weiteres - die Leitlinie hebt hervor, dass die Behandlung chronischer Wunden eine strukturierte Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachpersonen und weiteren Gesundheitsberufen erfordert. Dieser multiprofessionelle Ansatz entspricht in besonderen Maßen den Anforderungen der geriatrischen Versorgung
Analgesie, Sedierung und Delirmanagement in der Intensivmedizin
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI), Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG)
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Langfassung, Leitlinienreport und Evidenzbericht
- Gültigkeit - abgelaufen seit 03/2026
- Zielgruppe - intensivmedizinisch-behandelte Patientinnen und Patienten
- Ziele - hohe Qualität und Sicherheit in der Behandlung kritisch kranker Patientinnen und Patienten zu gewährleisten
- Anwender - behandelnde Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und Physiotherapeuten in einem intensivstationären Setting, Patientinnen und Patienten und Angehörige
- Geriatrische Relevanz - hoch
- Syndrombezug - nein
- Altersbezug - berücksichtigt
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - berücksichtigt
- Weiteres - geriatrische Patientinnen und Patienten in einem eigenen Abschnitt D einschließlich Assessment berücksichtigt. Die weitgehend verbreitete Meinung, dass ein höheres Lebensalter einen Risikofaktor für die Entwicklung eines Delirs darstellt, konnte durch aktuellere Literatur nicht gezeigt werden
Strategien zur Sicherung rationaler Antibiotika-Anwendung im Krankenhaus
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Infektiologie e.V. (DGI)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - keine
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Kurz- und Langfassung, Leitlinienreport und Evidenzbericht
- Gültigkeit - abgelaufen seit 01/2024
- Zielgruppe - stationäre Patientinnen und Patienten aller Fachrichtungen im Akutkrankenhaus
- Ziele - Qualitätssicherung antimikrobieller Therapien bzgl. ihrer Auswahl, ihrer Dosierung, ihrer Applikation und ihrer Anwendungsdauer, um das beste klinische Behandlungsergebnis bei Infektionspatienten, stets unter der Beachtung einer minimalen Toxizität für die Patientinnen und Patienten sowie eines günstigen Einflusses auf Resistenz-, Kosten- und Verbrauchsentwicklung, zu erreichen. Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung von Antibiotic Stewardship (ABS) Programmen im Krankenhaus.
- Anwender - Infektiologen, Ärztinnen und Ärzte im Krankenhaus, Apotheker, Mikrobiologen, Hygieniker
- Geriatrische Relevanz - hoch
- Syndrombezug - nein
- Altersbezug - gering
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - gering
- Weiteres - die Bedeutung von ABS-Maßnahmen für das Management von Patienten mit multiresistenten Erregern und C. difficile durch das ABS-Team ist vor allem für C. difficile nach mehreren systematischen Reviews gut dokumentiert. Die ABS-Interventionen waren in der Geriatrie besonders effektiv
Enterale Ernährung bei Patienten mit Schlaganfall
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM), Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG) und Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - ja
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Langfassung und Leitlinienreport
- Gültigkeit - abgelaufen seit 08/2010
- Zielgruppe - Akutphase bei Patientinnen und Patienten mit Schlaganfall, vorliegende Leitlinie ebenfalls für jüngere Schlaganfallpatientinnen und -patienten
- Ziele - wissenschaftliche Basis der enteralen Ernährung in der Akutphase bei Patientinnen und Patienten mit Schlaganfall sichern, Belange der täglichen Praxis berücksichtigen, bessere ernährungsmedizinische Versorgung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten
- Anwender - alle mit der Ernährungsversorgung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten betrauten Berufsgruppen (Pflege, Ernährungswissenschaft, Ökotrophologie, Diätassistenz, Logopädie, Apothekerinnen und Apotheker und Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen)
- Geriatrische Relevanz - häufiges Problem
- Syndrombezug - Syndrom der Fehl- und Mangel-Ernährung
- Altersbezu - vorhanden
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - bei Risikoabschätzung in hohem Maß berücksichtigt
- Weitere - Frage- und Antwortform praxisnah gewählt, Ergänzung zur S3 Leitlinie „Enterale Ernährung-geriatrics“, Flussdiagramme und Screening-Empfehlungen sehr ausführlich
Multimorbidität
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG), Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e.V. (DGGG),
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Kurz- und Langfassung, Leitlininienreport und Patienteninformation
- Gültigkeit - abgelaufen seit 09/2025
- Zielgruppe - erwachsene multimorbide Patientinnen und Patienten (mindestens drei Erkrankungen) mit oder ohne akuten Beratungsanlass und ggfs. komplexen psychosozialen Problemlagen
- Ziele - Bereitstellung der Evidenz zur primärärztlichen Versorgung multimorbider Patientinnen und Patienten und Umsetzung in hausärztliche Empfehlungen, Umsetzung eines „Meta-Algorithmus", der eine Strukturierung der Konsultation und die Priorisierung von Problemen ermöglicht, die Patientenperspektive in den Mittelpunkt der Entscheidungsprozesse zu stellen
- Anwender - in der hausärztlichen Versorgung tätige Ärztinnen und Ärzte der Fachrichtungen Allgemeinmedizin, Innerer Medizin und Geriatrie. Ärztinnen und Ärzte der Fachrichtungen Diabetologie, Kardiologie, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, Pneumologie, Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Schmerztherapie, sowie Pflegende, Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen, Neurologinnen und Neurologen, alle ärztlich und nicht-ärztlich tätigen Gesundheitsprofessionen, die Patientinnen und Patienten mit Multimorbidität versorgen
- Geriatrische Relevanz - sehr hoch
- Syndrombezug - wird berücksichtigt
- Altersbezug - sehr hoch
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - ja
- Weiteres - Evidenztabellen zum Management von Multimorbidität, Tool-Box zur Optimierung der Arzneimittetherapie und Unterstützung der Arzt-Patienten Kommunikation
Langzeitanwendung von Opioiden bei chronischen nicht-tumorbedingten Schmerzen (LONTS)
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. (DSG)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG),
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Langfassung, Patientenleitlinie, Praxiswerkzeuge und Leitlinienreport
- Gültigkeit - abgelaufen seit 03/2025
- Zielgruppe - Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen mit chronischen nicht-tumorbedingten Schmerzen
- Ziele - Handlungsvorschläge für die Durchführung und Beendigung einer Therapie mit opioidhaltigen Analgetika. Schnittstellenprobleme bei der Überleitung von entsprechenden Patienten zwischen ambulantem, stationärem und rehabilitativem Sektor und zwischen hausärztlichem und fachärztlichem Bereich sollen reduziert werden. Die Anzahl der Patientinnen und Patienten mit missbräuchlicher Verwendung von rezeptierten opioidhaltigen Analgetika soll reduziert werden
- Anwender - Ärztinnen und Ärzte aller Versorgungsbereiche
- Geriatrische Relevanz - hoch
- Syndrombezug - nein
- Altersbezug - Medikationsempfehlungen berücksichtigen Altersphysiologie und Multimorbidität
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - nur gering berücksichtigt
- Weiteres - klinischer Algorithmus zur Indikation, Behandlungsvorbereitung und UAW sowie Langzeitanwendung
Pflegende Angehörige von Erwachsenen
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG), Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e.V. (DGGG)
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Kurz- und Langfassung, Patientenleitlinie und Leitlinienreport
- Gültigkeit - abgelaufen seit 07/2023
- Zielgruppe - die (Patienten-) Zielgruppe dieser Leitlinie sind pflegende Angehörige. In dieser Leitlinie sind mit pflegenden Angehörigen grundsätzlich alle Personen gemeint, die einen pflegebedürftigen Menschen aus dem familiären oder erweiterten Umfeld unentgeltlich (ausgenommen Pflegegeld gemäß §37 SGB XI) und längerfristig körperlich pflegen und/oder hauswirtschaftlich versorgen und/oder psychosozial betreuen
- Ziele - Hausärztinnen und Hausärzte darin zu unterstützen, pflegende Angehörige und deren gesundheitsbezogene Bedürfnisse möglichst frühzeitig zu erkennen, gezielt körperliche, psychische und soziale Anlässe für Beratung von pflegenden Angehörigen zu erkennen. Eine sinnvolle und strukturierte Diagnostik durchzuführen, um gesundheitsgefährdete und erkrankte Angehörige möglichst frühzeitig zu erkennen. Präventive Beratung zu pflegentlastenden bzw. -unterstützenden Maßnahmen und intra- bzw. interpersonellen Herausforderungen anzubieten, eine bedarfsgerechte Versorgung in der Hausarztpraxis anzubieten, weitere, auch nicht-hausärztliche Unterstützungs-angebote und deren Wirksamkeit zu kennen und pflegende Angehörige an geeignete Angebote zu vermitteln
- Anwender - Fachärzte der hausärztlichen Versorgung sowie medizinische Fachangestellte (VERAH, NÄPA), Pflegekräfte, Geriater, Sozialarbeiter sowie pflegende Angehörige
- Geriatrische Relevanz - sehr hoch
- Syndrombezug - demenzielles Syndrom
- Altersbezug - sehr hoch
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - gering
- Weiteres - Pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz berichten über größere körperliche Erschöpfung als diejenigen, die Menschen mit anderen Grunderkrankungen pflegen (58 % versus 46 %). Im Anhang: „Häusliche Pflegeskala" als Maß für die wahrgenommene pflegerische Belastung sowie Hinweise auf die Homepage der DEGAM: Assessmentbaum, Flyer für pflegende Angehörige, Notfallkarte etc.
Pneumonie
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Langfassung, Leitlinienreport und Evidenzbericht
- Gültigkeit - abgelaufen seit 04/2025
- Zielgruppe - Patientinnen und Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie (CAP)
- Ziele - Verbesserung der Versorgungsqualität und Senkung der Letalität
- Anwender - Ärztinnen und Ärzte der Fachrichtungen Allgemeinmedizin und Innere Medizin im ambulanten Bereich sowie der Fachrichtungen Innere Medizin, Pneumologie, Infektiologie und Intensivmedizin im Krankenhaus
- Geriatrische Relevanz - sehr hoch
- Syndrombezug - gering
- Altersbezug - oligosymtomatische Symptompräsentation, größte CAP Subgruppe: nursing home acquired pneumonia, Risikofaktoren für Aspirationspneumonie besonders im Pflegeheim
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - CAP Gruppierung nach Funktionsstatus und Komorbidität, diese haben prognostischen Einfluss
- Weiteres - Prävention (Grippeschutz- u. Pneumokokkenimpfung etc.) und palliative Therapie berücksichtigt, Maßnahmen der Qualitätssicherung berücksichtigt
Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen - Schlafbezogene Atmungsstörungen
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e.V (DGSM)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG)
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Langfassung
- Gültigkeit - abgelaufen seit 12/2021
- Zielgruppe - erwachsene Patienten (Männer und Frauen mit schlafbezogenen Atmungsstörungen)
- Ziele - Screening, adäquate apparative- u. nicht-apparative Diagnostik sowie Therapie der schlafbezogenen Atmungsstörungen
- Anwender - ärztliche und nichtärztliche Berufsgruppen (z. B. Psychologen, Naturwissenschaftler), Pflegepersonal, Selbsthilfegruppen und interessierte Laien
- Geriatrische Relevanz - mittel
- Syndrombezug - nein
- Altersbezug - gering
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - die unbehandelte Schlafapnoe erhöht bei Patientinnen und Patienten mit Demenz den kognitiven Abbau. Algorithmus zum Vorgehen bei Patientinnen und Patienten mit Herzkreislauferkrankungen und schlafbezogenen Atmungsstörungen
- Weiteres - zu den Schlafbezogenen Atmungsstörung gehört die obstruktive Schlafapnoe, die zentrale Schlafapnoe und die schlafbezogene Hypoventilation/ schlafbezogene Hypoxämie
Schlaganfall
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e.V. (DGGG)
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Kurz- und Langfassung, Patientenleitlinie und Leitlinienreport
- Gültigkeit - abgelaufen seit 02/2025
- Zielgruppe - Patientinnen und Patienten nach Schlaganfall
- Ziele - qualitativ hochwertige ambulante Krankenversorgung bei Patientinnen und Patienten nach Schlaganfall
- Anwender - hausärztlich tätige Ärztinnen und Ärzte und Kooperationspartner, Patientinnen und Patienten
- Geriatrische Relevanz - altersassoziierte Erkrankung
- Syndrombezug -
- Altersbezug - auf Multimedikation im Alter unter Nennung der Medikamente wird hingewiesen
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - bei Interventionsempfehlungen und sekundärpräventiven Maßnahmen berücksichtigt
- Weiteres - generalistische Versorgungskompetenz für den ambulanten Bereich im Vordergrund (ohne Primärprävention und ohne stationäre Behandlung), verkürzte Fassung des Barthel-Index (Barthel-Index nicht gemäß Hamburger Einstufungsmanual), problematische Einsatzempfehlung des Barthel-Index zur Bestimmung von Prognose und Rehabedarf, Ausschlusskriterien zur rehabilitativen Therapie sind sehr weit gefasst (z.B. Herzinsuffizienz)
Behandlung akuter perioperativer und posttraumatischer Schmerzen
- Federführende Fachgesellschaften - Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI)
- Beteiligung geriatrischer/gerontologischer Fachgesellschaften - keine
- Quelle - www.awmf.org
- Verfügbarkeit - Kurz- und Langfassung, Leitlinienreport
- Gültigkeit - abgelaufen seit 09/2026
- Ziele - Verbesserung der Akutschmerztherapie unter Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Evidenz, neue Erkenntnisse zur Chronifizierung postoperativen Schmerzen sowie prozedurenspezifischen Aspekten
- Geriatrische Relevanz - eine wirksame Schmerztherapie ist bei älteren Menschen von besonderer Bedeutung, da Schmerzen Mobilität, Selbstständigkeit und Rehabilitation wesentlich beeinflussen
- Syndrombezug - ja, Delir
- Altersbezug - nein, die Leitlinie enthält keine eigenständige Empfehlung ausschließlich für geriatrische Patientinnen und Patienten
- Einbezug von Ko-/Multimorbidität - Begleiterkrankungen, insbesondere Nieren- und Leberfunktionsstörung, werden bei der Auswahl und Anwendung von Analgetika berücksichtigt
- Weiteres - die Leitlinie betont die Bedeutung einer standardisierten Schmerzerfassung, einer umfassenden Patientenaufklärung sowie einer qualitätsgesicherten Akutschmerztherapie. Diese Aspekte sind auch in der geriatrischen Versorgung von hoher Relevanz