Gesundheitliche Versorgungsstrukturen differenzieren sich in der Regel nach der Versorgungsstufe (ambulant, evt. teilstationär, stationär) und den Versorgungssektoren (vertragsärztliche Versorgung, Krankenhausversorgung, Rehabilitation). Die geriatrische Versorgung im vertragsärztlichen Bereich durch hierfür speziell weiter- oder fortgebildete Ärzte ist in Deutschland noch immer die Ausnahme.
            
Spezifisch geriatrische Versorgungsstrukturen konzentrieren sich bisher fast ganz auf den Krankenhaus- bzw. den Rehabilitationssektor. Allerdings hat auch hier die historische Entwicklung in den einzelnen Bundesländern aufgrund unterschiedlicher politischer Konzeptionen zu sehr unterschiedlichen geriatrischen Versorgungsstrukturen geführt. So werden klinisch-geriatrische Behandlungskapazitäten in einigen Bundesländern ausschließlich im Krankenhaussektor (stationär und teilstationär) vorgehalten, in einigen Bundesländern (nahezu) ausschließlich im Rehabilitationssektor (stationär und ambulant/vereinzelt auch mobil) und in einigen Bundesländern sowohl im Krankenhaus als auch im Rehabilitationssektor. Entsprechend unterschiedlich gestalten sich der Zugang und die Zugangschancen geriatrischer Patienten in eine spezifisch geriatrische Behandlung. Unter entsprechend unterschiedlichen Bedingungen wird aber auch das geriatrische Behandlungskonzept, das charakteristischerweise den häufig gleichzeitigen Bedarf akutmedizinischer und rehabilitativer Behandlungsanteile zu berücksichtigen hat, umgesetzt (Lübke 2005).
              
Die nachfolgend verfügbare Abbildung zu geriatrischen Versorgungsstrukturen gibt einen Überblick über den aktuellen Stand klinisch-geriatrischer Versorgungskapazitäten in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen, gegliedert nach Bundesländern und bezogen auf je 10.000 Einwohner, 65 Jahre und älter (geriatrische Versorgungsquote). Grundlage sind Daten der amtlichen Statistik mit Stand 31.12.2017 (Statistisches Bundesamt 2018) sowie Angaben des vdek-Bundesverband im Bereich der von der amtlichen Statistik bisher nicht erfassten ambulanten Rehabilitationseinrichtungen (ohne mobile geriatrische Rehabilitationsdienste).
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Die Krankenhausbetten gemäß der amtlichen Statistik entstammen den Angaben der Krankenhäuser. Erfasst werden sollen hierbei Betten aus organisatorischen Einheiten mit der Bezeichnung Geriatrie, unabhängig von der Facharztbezeichnung der ärztlichen Leitung. Inwieweit die Krankenhäuser die für die spezialisierte geriatrische Versorgung genutzten Betten in der amtlichen Statistik entsprechend vollständig abbilden, muss offen bleiben. Eine Nichtberücksichtigung von Bettenkapazitäten in der Abbildung kann daher tendenziell nicht ausgeschlossen werden. 

Angaben zur früheren Entwicklung wurden von Uhlig (2001), Stier-Jarmer, Pientka, Stucki (2002) und Meinck, Lübke, Plate (2006) zusammengefasst.