Kurzbeschreibung - Performancetest zur Bestimmung der Handkraft, wobei dieser eine positive Korrelation mit der Gesamtkörperkraft und eine negative Korrelation mit dem Sturz- und Frakturrisiko zugeschrieben wird

Durchführung - ​Drücken eines mit einem Druckmessgerät (Vigorimeter) verbundenen Gummiballes

​Interpretation - Normwerte für gesunde, über 65-jährige: Männer: 332 N (ca. 132 kPa oder 993 mm Hg) und Frauen: 191 N (ca. 76 kPa oder 573 mm Hg). Bei Unterschreiten um > 50% besteht im Rahmen akuter Erkrankungen ein signifikant erhöhtes Risiko für verminderte Selbsthilfefähigkeit, Sturz, Fraktur und Mortalität. Risikoschwelle: Männer: > 66 kPa oder 529 mm Hg und Frauen: > 38 kPa oder 286 mm Hg

Zeitbedarf​ - bei guter Kooperation 3 bis 5 Minuten

​Vorzüge - leicht durchführbar, delegierbar

Einschränkungen - spezielles Messgerät erforderlich, relativ hohe intraindividuelle Streubreite der Messwerte, in der Praxis nicht mehr sehr verbreitet

Erstveröffentlichung - Philipps P. Grip strenght, mental performance and nutritional status as indicators of mortality risk among female geriatric patients. Age Ageing 1986;15:53-56.

weitere Literatur -

​Instrument -

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Kurzbeschreibung  -  Performance-Test zur seitenunabhängigen Bewertung der Feinmotorik der oberen Extremität. Für beide Seiten separat wird die benötigte Zeit gemessen, um zwanzig 1-Cent-Münzen von einer Arbeitsfläche aufzuheben und in ein Gefäß zu legen.
Durchführung  -  Zwanzig 1-Cent-Münzen werden mit einem Mindestabstand von etwa einem Münzdurchmesser auf einer Arbeitsfläche ausgelegt. Jeweils nacheinander mit der rechten und der linken Hand müssen möglichst alle Münzen so schnell wie möglich aufgenommen und in ein Gefäß (in der Validierungsstudie leere Cremedose mit 9,3 cm Durchmesser und 2,3 cm Höhe) gelegt werden. Die benötigte Zeit wird für die Körperseiten getrennt bestimmt. Spätestens nach 50 Sekunden wird der Test für die jeweilige Seite beendet und die im Gefäß liegenden Münzen ausgezählt.

Interpretation  -  20 Cent in < 30 Sekunden: keine Hinweise auf Störung der Feinmotorik
20 Cent in > 40 Sekunden: Verdacht auf eine alltagsrelevante Störung der Feinmotorik
20 Cent in > 50 Sekunden: weitgehende gesicherte alltagsrelevante Störung der Feinmotorik

Zeitbedarf  -  gering, unter 10 Minuten
Vorzüge  -  einfacher Test, leicht verständlich, geeignet zur Verlaufsbeobachtung, hohe Testgüteeigenschaften bei Validierung einer geriatrischen Stichprobe in einem stationären, teilstationären und ambulanten Setting. Geringerer Einfluss von Visusminderung und eingeschränkter Kognition auf das Testergebnis im Gegensatz zum Geldzähltest nach Nikolaus.
Einschränkungen  -  Ergebnisse können durch Visusminderung und schwere Kognitionsstörung beeinflusst werden. Konkrete alltagsbezogene Störungen können nicht direkt aus dem Testergebnis abgeleitet werden.
​Erstveröffentlichung  -  Krupp S, Kasper J, Balck F et al. (2015) "Timed up and go" für die Finger in Form des 20-Cents-Tests: Psychometrische Gütekriterien eines einfachen Feinmotorik-Performance-Tests. Z. Gerontol. Geriatr 48:121-127, doi:10.1007/s00391-014-0854-z