Kurzbeschreibung - Instrument zur Messung der Fähigkeit zur körperlichen Selbstversorgung im Alltag, Fremderhebungsinstrument mit 10 Items á 2 bis 4 Stufen, insgesamt sind 0 bis 100 Punkte erreichbar, je nach Item werden in 5-Punkt-Abstufungen 0 bis maximal 5, 10 oder 15 Punkte vergeben

Hinweis ! - ​Das Hamburger Einstufungsmanual (Download: http://www.dimdi.de/static/de/klassi/icd-10-gm/systematik/hamburger_manual.pdf) ist verbindlicher Einstufungsstandard für den Barthel-Index gemäß den Ziffern U50.- der ICD-10-GM ab Version 2005 und gemäß der Begutachtungs-Richtlinie Vorsorge und Rehabilitation des MDS und des GKV-Spitzenverbandes (zuletzt geändert 2016). Andere Versionen - insbesondere die in der Praxis immer wieder zu findenden verkürzten Itemabstufungen „selbständig“, „mit Hilfe“ oder „nicht möglich“ - genügen diesen Anforderungen nicht und schränken die Aussagekraft des Instrumentes erheblich ein (vgl. die Beispiele 5 zur angemessenen Bewertung von Assessmentergebnissen).

Durchführung - ​Der Einstufung sollte grundsätzlich eine konkrete Verhaltensbeobachtung (in der Regel über mind. 24 Stunden), d.h. die faktische Umsetzung der Aktivitäten, zugrunde liegen und nicht nur eine Einschätzung der prinzipiellen motorischen Fähigkeiten hierzu. Beaufsichtigungs- oder Motivationsbedarf unterliegt definierten Abschlägen in der Einstufung

Interpretation - 0 - 30 Punkte: weitgehend pflegeabhängig, 35-80 Punkte: hilfsbedürftig, 85-95 Punkte: punktuell hilfsbedürftig, 100 Punkte: Zustand kompletter Selbständigkeit in den zugrunde liegenden Itembereichen und bezogen auf den jeweiligen Untersuchungskontext

Zeitbedarf​ - bei 24-Std.-Kenntnis des Patienten ca. 2 Minuten, bei der mit höherem Fehleinstufungsrisiko behafteten Einstufung auf Basis einer Eigen- oder Fremdbefragung ca. 5 Minuten

​Vorzüge - hoher Bekanntheitsgrad, weltweite Verbreitung, relativ einfache und schnelle Erhebung, kein spezifisches Instrumentarium erforderlich, durch Pflege zu erheben, hohe unmittelbare Anschaulichkeit, unter Zugrundelegung der Einzelitems geeignet für Verlaufskontrollen

​Einschränkungen - Es bestehem Boden- und Deckeneffekte (vgl. die Beispiele 4 zur angemessenen Bewertung von Assessmentergebnissen). Zwei Items haben nur eine dichotome Differenzierung (0 oder 5 Punkte), d.h. nur Unterscheidung zwischen komplett oder nicht komplett selbständiger Erfüllung der Aufgabe möglich. Diese erlaubt keine Darstellung von Teilfortschritten (vgl. die Beispiele 6 zur angemessenen Bewertung von Assessmentergebnissen). Die Aussagekraft des Summenscores ist insbesondere für die Einzelfallbewertung begrenzt (vgl. die Beispiele 6 zur angemessenen Bewertung von Assessmentergebnissen). Zur fachlichen Beurteilung ist mindestens eine Übermittlung der Einzelitemergebnisse erforderlich. Der Erhebungsfokus liegt einerseits auf der Erfassung von Selbstversorgungsfähigkeiten, berücksichtigt aber auch Pflegeaufwandsaspekte. Da diese aber nicht zwangsläufig immer umgekehrt korrelieren (vgl. die Beispiele 1 zur angemessenen Bewertung von Assessmentergebnissen), kann es insbesondere im Zusammenhang mit der Anlage von Harnkathetern oder PEG-Sonden zu Veränderungen von Bewertungen kommen, die lediglich geänderten Pflegeaufwänden, aber nicht realen Veränderungen der Selbstversorgungsfähigkeiten entsprechen. Dennoch ist eine unmittelbare quantitative Ableitung des Hilfebedarfs aus dem Barthel-Index nicht möglich. Die Erhebung ist in begrenztem Umfang auch abhängig von Kontextfaktoren, so dass Erhebungen in unterschiedlichen Untersuchungskontexten zu Einstufungsdifferenzen führen können (vgl. die Beispiele 2 zur angemessenen Bewertung von Assessmentergebnissen).

Erstveröffentlichung - Mahoney FI, Barthel DW. Functional Evaluation. The Barthel Index. MD State Med J 1965;14: 61-65.

weitere Literatur - ​Hamburger Einstufungsmanual zum Barthel-Index (www.bv-geriatrie.de) und Lübke N, Meinck M, von Renteln-Kruse W. Der Barthel-Index in der Geriatrie. Eine Kontextanalyse zum Hamburger Einstufungsmanual. Z Gerontol Geriatr 2004;37:316-326

Instrument

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Kurzbeschreibung - Instrument zur Abbildung insbesondere in der neurologischen Frührehabilitation auftretender spezifischer Problembereiche, erfasst werden schwerwiegende Begleitstörungen oder -probleme, welche Auswirkungen auf den medizinisch/pflegerischen Aufwand haben, in Bezug gesetzt mit einer Bewertung nach dem Barthel-Index, Fremderhebungsbogen mit 17 Items, insgesamt sind -325 bis 100 Punkte erreichbar

​Durchführung - gewertet werden die Ergebnisse einer konkreten Verhaltensbeobachtung, d.h. die faktische Umsetzung und nicht nur die prinzipiellen motorischen Fähigkeiten hierzu

​​Interpretation - ​der Frührehabilitations-Barthel-Index (FBR) ergibt sich aus der Addition des Barthel-Index (BI) zu den mit negativem Vorzeichen versehenen Werten des Frührehabilitations-Index (FI), bezogen auf die Phaseneinteilung in der neurologischen Rehabilitation entsprechen:  Minuswerte bis + 20 Punkte: Phase B, 25 - 95 Punkte: Phase C

​Zeitbedarf - ca. 5 Minuten

​Vorzüge - etabliertes Instrument, einfache Handhabung
Einschränkungen - Instrument ist im Bereich A (Frührehabilitations-Index) nur dichotom ausgeprägt, Dimensionierung der den Items zugeordneten negativen Zahlenwerte (für schwere Verständigungsstörung ‑25, für die übrigen Items jeweils -50 Punkte) stellt eine willkürliche Zuordnung zu nicht quantifizierbaren Merkmalen dar, Summenscore ist nicht verlässlich

Erstveröffentlichung - Schönle PW. Der Frühreha-Barthelindex (FRB) - eine frührehabilitationsorientierte Erweiterung des Barthelindex.Rehabilitation (Stuttg) 1995;34:69-73

​Instrument

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Kurzbeschreibung - Das Instrument dient zur Messung der funktionalen Selbständigkeit im Alltag (Fremderhebungsbogen mit 18 Items). Dieser wird unterteilt in: den motorischen Teil: Items 1 bis 13 (A-M) mit den Kategorien: Selbstversorgung, Kontinenz, Transfer, Fortbewegung und in den den kognitiven Teil: Items 14 bis 18 (N-R) mit den Kategorien: Kommunikation, Kognitive Fähigkeiten. Die Bewertung aller Items erfolgt 7-stufig (1 bis 7 Punkte). Insgesamt können zwischen 18 und max. 126 Punkte erreicht (davon zwischen 13 und 91 im motorischen Teil) werden.
​​Durchführung - gewertet werden die Ergebnisse einer konkreten Verhaltensbeobachtung, d.h. die faktische Umsetzung, nicht die prinzipiellen Fähigkeiten hierzu
​Interpretation motorischer Teil (nach ICD -10 GM) - 13 bis 42 Punkte: sehr schwere bis schwere praktisch-motorische Einschränkungen, 43 bis 68 Punkte: mittelschwere bis mittlere praktisch-motorische Einschränkungen, 69 bis 91 Punkte: leichte bis keine praktisch-motorischen Einschränkungen
​Zeitbedarf​ - je nach Kenntnis des Patienten 5 bis 15 Minuten
Vorzüge - Ergebnisse graphisch darstellbar (Rosette) zur Verlaufsbeschreibung, höhere Veränderungssensitivität als der Barthel-Index
Einschränkungen - relativ hoher Schulungsaufwand (ca. 4 Stunden), ferner Nachschulungen und Fallbesprechungen in der Einführungsphase zu empfehlen, Einstufung von Patienten, die aufgrund fehlenden eigenen Antriebs für ansonsten selbständig durchführbare Aktivitäten Fremdstimulation benötigen, ist nicht verbindlich geregelt (vgl. entspr. Maßgaben zum Barthel-Index), Der Summenscore (wie beim Barthel-Index, vgl. Beispiele zur angemessenen Bewertung von Assessmentdaten) ist nur eingeschränkt aussagekräftig, daher grundsätzlich Interpretation auf Einzelitemebene zu empfehlen. Die Cut-Offs (bspw. nach o.g. ICD-10-GM) sind nicht evaluiert. Die Bezeichnung motorischer und kognitiver Teil legen Fehlinterpretationen nahe: Der motorische Teil beschreibt im Wesentlichen körperliche Selbstversorgungsfähigkeit (ähnlich wie der Barthel-Index), bei denen motorische Fähigkeiten eine wichtige Komponente darstellen. Ähnlich beschreibt der kognitive Teil alltagsrelevante Aktivitäts- und Teilhabebeeinträchtigungen, die wesentlich auf kognitive Schädigungen zurückzuführen sind, testet jedoch selbst keine kognitiven Schädigungsbereiche wie dies in den typischen kognitiven Assessmentinstrumenten (MMSE, DemTect, TFDD etc.) erfolgt. Das Instrument ist nicht zur quantitativen Ableitung eines Hilfebedarfs geeignet. Das Instrument ist Copyright-geschützt, sein Einsatz Bedarf der Genehmigung der Copyright-Inhaber
Erstveröffentlichung
Granger CV, Hamilton BB, Linacre JM, Heinemann AW, Wright BD. Performance profiles of the functional independence measure. Am J Phys Med Rehabil 1993;72:84-9.
weitere Literatur - de Langen EG, Frommelt P, Wiedmann KD, Amann J. Hinweise auf Bewertungsinstrumente zur Qualitätssicherung in der Rehabilitation - 1. II. Messung der funktionalen Selbständigkeit in der Rehabilitation mit dem Functionalen Selbständigkeitsindex (FIM). Rehabilitation (Stuttg)1995;34:IV-XI. de Langen EG. Zur Aussagekraft von Daten über die funktionale Selbständigkeit. Zusammenarbeit von Forschung und Praxis, 5.Rehabilitationswissenschaftliches Kolloqium 6. bis 8. März in Freyung, pp 160-1. Frankfurt am Main: Verband Deutscher Rentenversicherungsträger, 1995.

​Instrument

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